Präsentieren im Studium

Ein paar Gedanken, Ideen und Impulse

Wo haben Sie im Studium bislang präsentiert?

Was waren die größten Hindernisse?

Wann empfinden Sie eine Präsentation als gut?

Was ist das Ziel einer Projektvorstellung oder Präsentation?

Wie hoch ist der Anteil der Präsentation am Erfolg des Projekts?

Sprache

als Ausdruck einer Haltung

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

Leistung wird zum Wert, wenn sie verkauft wird.

Wertschätzung

Leistung wird zum Wert, wenn sie verkauft wird.

Ich hab da mal schnell was gebastelt.

… da muss ich nur noch die richtigen Daten rein fummeln.

… wir haben da schob mal zwei Videos rein geklatscht.

… das müssen wir noch ein bisschen zurecht dengeln.

… das müssen wir nur noch auf den Server schubsen.

… ich hab noch eben ein Update drübergebügelt.

Sprache?

basteln / ballern / dengeln / frickeln / friemeln / fummeln / wurschteln / schustern / klöppeln / doktern (rumdoktern) / hacken / klatschen / rotzen / biegen (hinbiegen) / schrauben (zusammenschrauben) / stricken (zusammenstricken) / pappen / zimmern (zusammenzimmern)

1000€ pro Mensch und Maschine pro Tag

Verwenden Sie stets präzise, werthaltige Fachsprache!

Das muss man leider üben 😎

Kleiner knöcherner Ausriss am Trizepsansatz am Olekranon, etwa 11 × 7 mm, minimal disloziert. Trizepssehne nicht komplett rupturiert, Bandapparat unauffällig. Deutliche Weichteilkontusion mit Hämatom und Gelenkerguss. Zusätzlich eine Platzwunde über dem Olekranon, mit drei Nähten versorgt. Konservative Therapie mit Oberarmorthese.

Objektivierung

Vom Gefühl zum Argument

Den Button haben wir nach oben rechts gepackt, das fühlte sich für uns am natürlichsten an.

Wir haben uns für React entschieden, weil Melissa das auch auf der Arbeit benutzt.

Die Daten speichern wir im Local Storage, das ist am einfachsten.

Wir wollten es modern haben … 

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«Mir gefällt es» verbindet nur dich mit deiner Lösung, sonst niemanden.

Die Gefahr der reinen Ich-Perspektive

Die Gefahr der reinen Ich-Perspektive

Wer nur aus der ersten Person und ohne übergeordnetes Ziel argumentiert, stellt lediglich eine Verbindung zwischen sich und dem Ergebnis her. Daraus folgt:

Meinung steht gegen Meinung. "Mir gefällt es" lädt direkt zur Gegenmeinung ein. Der Nächste findet etwas anderes gut, und es gibt keine Instanz, die entscheidet.

Die Entscheidung wird angreifbar. Ohne Ziel als Maßstab lässt sich nicht zeigen, dass die Lösung richtig ist, sondern nur, dass sie gefällt. Das hält keiner kritischen Nachfrage stand.

Niemand außer dir ist eingebunden. Die Begründung verbindet nur dich mit deinem Ergebnis. Publikum, Nutzer und Auftraggeber kommen darin nicht vor, also fühlt sich auch niemand abgeholt.

Die Arbeit wirkt beliebig. Was aus einer Laune entstanden sein könnte, wirkt auch so. Ohne erkennbares Ziel sieht selbst eine durchdachte Lösung nach Zufall aus.

Du verlierst die Autorität. Wer über Geschmack oder Gefühl argumentiert, gibt die eigene Entscheidung dem Geschmack oder Gefühl der anderen preis. Wer über Ziele argumentiert, behält die Deutungshoheit.

Kein Lerneffekt, keine Übertragbarkeit. Eine ziellose Entscheidung lässt sich nicht auf das nächste Projekt übertragen, weil niemand sagen kann, warum sie funktioniert hat.

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Über Ziele argumentieren: nachvollziehbar statt angreifbar.

Entwicklen und fomulieren sie Ziele

Wo können Ziele herkommen?

Mögliche Quellen der Ableitung

Aus der Aufgaben- oder Problemstellung. Was war der ursprüngliche Auftrag, welches Problem sollte gelöst werden. Das ist die naheliegendste Quelle und wird trotzdem oft übergangen.

Aus den Nutzern und ihren Bedürfnissen. Wer benutzt das System, in welcher Situation, mit welchem Vorwissen, unter welchen Bedingungen. Hieraus lassen sich die meisten funktionalen und gestalterischen Ziele ableiten.

Aus dem Auftraggeber oder den Stakeholdern. Geschäftsziele, Vorgaben, Rahmenbedingungen, auch das, was nicht offen ausgesprochen, aber erwartet wird.

Mögliche Quellen der Ableitung

Aus Konventionen und Standards. Plattform-Richtlinien, etablierte Muster, Barrierefreiheitsnormen. Hier kommt das Ziel aus einer geteilten Erwartung, die der Nutzer mitbringt.

Aus fachlichen oder technischen Anforderungen. Datenschutz, Sicherheit, Performance, Wartbarkeit, rechtliche Vorgaben. Gerade die nichtfunktionalen Anforderungen liefern handfeste, gut verteidigbare Ziele.

Aus Recherche und Wettbewerb. Wie lösen andere ein vergleichbares Problem, was hat sich bewährt, wo gibt es eine Lücke. Wichtig ist dabei, nicht "die machen das auch so" als Ziel zu nehmen, sondern zu verstehen, welches Ziel die anderen damit verfolgen.

Uns gefiel die zweite Variante besser.

Die zweite Variante erreicht das Ziel der schnellen Orientierung besser, weil die wichtigste Aktion sofort ins Auge fällt.

Wir fand die Farben schöner

Der Kontrast wurde erhöht, weil das Ziel war, die Lesbarkeit auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu sichern.

Die Daten speichern wir im Local Storage. Das ist am einfachsten.

Das Ziel war ein lauffähiger Prototyp ohne Server-Abhängigkeit, deshalb fiel die Wahl auf Local Storage als clientseitige Persistenz.

Wie zahlt der Entwurf/ die Lösung auf das Gestaltungsziel ein?

Gestaltgesetze, Farbigkeit, Räumlichkeit, Anordnung, Interaktion statt gefällt/ gefiel mir oder ich finde/ fand

Argumentieren Sie jenseits der ersten Person, sondern anhand von objektiven/ objektivierbaren Argumenten bezogen auf das Ziel.

Geben Sie Dritten die Chance, Ihre Argumente zu nutzen.

Präsentieren im akademischen Kontext

Aus der Prüfungsordnung

Das Kolloquium dient der Feststellung, ob der Prüfling befähigt ist, die Ergebnisse der Bachelorarbeit, ihre fachlichen Grundlagen, ihre fachübergreifenden Zusammenhänge und ihre außerfachlichen Bezüge mündlich darzustellen und selbständig zu begründen und ihre Bedeutung für die Praxis einzuschätzen. Dabei soll auch die Bearbeitung des Themas der Bachelorarbeit mit dem Prüfling erörtert werden.

}

Wiederholbarkeit – Reliabilität

Was wurde gemacht und warum wurde es gemacht?

Welches Ziel wurde angestrebt

(und warum?)

Welche Optionen/ Varianten standen zur Verfügung und warum wurde welche Option/ Variante bevorzugt?

Inwieweit wurde das Ziel erreicht?

Was muss/ könnte/ sollte noch getan werden, um näher an das Ziel zu kommen?

Konkrete Hinweise

Konzeption und Umsetzung eines CSS-Frameworks auf Basis von Disneys Prinzipien der Animation

bitte zerlegen Sie diesen Titel

Flughöhe

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TOC?

TOC

Einleitung
Problemstellung // Forschungsfrage // Motivation

Die zwölf Prinzipien der Animation
Squash and Stretch // Anticipation, Staging, Straight Ahead Action and Pose to Pose // Follow Through and Overlapping Action // Slow In and Slow Out // Arcs // Secondary Action // Timing // Exaggeration // Solid Drawing // Appeal

Konzeption und Umsetzung des CSS-Frameworks
Auswahl an UI-Elementen // Einteilung nach Atomic Design // Betrachtung bestehender CSS-Frameworks // Vorgehen bei der Konzeption // Verwendete Technologien und Setup // Storyboards und Implementierung // Erkenntnisse und Zusammenfassung der Prinzipien

Fazit

TOC

Einleitung
Problemstellung // Forschungsfrage // Motivation

Die zwölf Prinzipien der Animation
Squash and Stretch // Anticipation, Staging, Straight Ahead Action and Pose to Pose // Follow Through and Overlapping Action // Slow In and Slow Out // Arcs // Secondary Action // Timing // Exaggeration // Solid Drawing // Appeal

Konzeption und Umsetzung des CSS-Frameworks
Auswahl an UI-Elementen // Einteilung nach Atomic Design // Betrachtung bestehender CSS-Frameworks // Vorgehen bei der Konzeption // Verwendete Technologien und Setup // Storyboards und Implementierung // Erkenntnisse und Zusammenfassung der Prinzipien

Fazit

That sucks!

Übliche Stolpersteine bei Präsentation und Projektvorstellungen

Technische Probleme

… der zeigt das Bild nicht an … Zuhause hat das immer geklappt … ich brauch nen Adapter … shit, ich hab kein WLAN … der verzerrt das so komisch … irgendwie sind die Farben hier anders … kann man das erkennen?

Profi am Werk … na ich bin gespannt.

Text/Bulletpoint-only

Schlechtes Timing

wir sind also dein Testpublikum … danke

Nur Metaebene / zu hohe Flughöhe

ok, wann geht's los?

Ich seh keine Bilder und Grafiken

mühsam

Roter Faden, Schlussfolgerungen

Roter Faden fehlt. Zum Beispiel: entkoppelter Grundlagenteil.

Glaubhaftigkeit

Experten // Methoden // Zahlen // Literatur // Zitate // Probanden

Visualisierung

Visualisierungen fehlen. Ich sehe keine Diagramme, keine Abläufe, nichts, was meine beiden Gehirnhälften bedient.

Video-Präsentation

Bild // Ton // Kameraausschnitt // Beleuchtung // Auftreten

Format wird nicht genutzt

das hätte ich auch lesen können

Nutzen Sie die Situation

Alles, was Ihr Thema erfahrbar macht ist gut!

Auditorium wird nicht mitgenommen

mach Deinen Kram doch alleine

Kompetenz des Auditoriums wird ignoriert

ihr habt doch eh keine Ahnung

Was tun?

Wie kann ich es besser machen?

Was will ich sagen?

An was sollen sich die Leute erinnern?

Fragekorridore öffnen

Über was will ich nachher diskutieren?

Anschaulich sein

Die Leute mitnehmen / einbeziehen.

Prägnant sein

Zeit sinnvoll nutzen, Unwichtiges weglassen.

Was ist die Aussage dieser Folie?

Eine Aussage pro Slide!

Kartentricks

Notizen auf Karten helfen.

Üben

Ablauf üben (Timing)

Üben

Technisches Setup prüfen

Üben

Aussagen überprüfen

Üben

Rhetorik und Körpersprache überprüfen

Vortrag iterieren

Ihr Auftritt

Stehen oder gehen?

Füße?

Hände?

Augen und Blick?

Stimme

Don't apologize

Wer bin ich?

Buddy 🥳

Haben Sie noch Fragen?

Meine Schritte

  • Ausarbeitung der Kernaussage: was soll ankommen?
  • Kärtchen machen und üben
  • grobe Präsentation bauen
  • Screenmovie machen
  • Screenmovie aufs Fon und laufen lassen
  • Präsentation überarbeiten und neuen Screenmovie bauen
  • Finale Präsentation bauen, Screenmovie machen, mit und ohne Ton
  • üben

Finally

  • üben
  • üben
  • üben
  • üben
  • üben

Für den Hinterkopf

Der Vortrag ist nicht der Abschluss meiner Arbeit, sondern der Einstieg in die Diskussion.

Wie ich mich vorbereite

nur mal so als Beispiel

Danke für's Mitmachen

https://christiannoss.de