»Gefällt mir« ist kein Argument.
Geschmack ist privat. Wirkung lässt sich beschreiben, prüfen und begründen.
Qualität ist keine Geschmackssache!
Kerstin Alexander, Designerin & KünstlerinAlexander, K. (2013): Kompendium der visuellen Information und Kommunikation. Springer, Berlin Heidelberg New York, 2007, 2. Auflage 2013
Geschmack
persönlich
nicht begründbar
nicht verhandelbar
Qualität
an Ziel, Zielgruppe und Kontext messbar
begründbar
diskutierbar

Gefällt Ihnen das? Funktioniert es? Für wen?
lingscars.com, Screenshot ca. 2017

Und hier? Woran sehen Sie, für wen das gemacht ist?
Netto Marken-Discount, Prospekt Oktober 2024
Und anderswo?
Gestaltung aus anderen Designkulturen

Rakuten Ichiba, einer der großen Online-Marktplätze Japans
rakuten.co.jp, Screenshot 2026

Sina, eines der großen Nachrichtenportale Chinas
sina.com.cn, Screenshot 2026

Haraj, Kleinanzeigenportal aus Saudi-Arabien. Gelesen wird von rechts nach links
haraj.com.sa, Screenshot 2026

Nairaland, eines der bekanntesten Online-Foren Nigerias
nairaland.com, Screenshot 2026
Was gilt dort als gut gemacht?
Was als »zu voll« oder »zu leer« gilt, ist gelernt.
Wir sehen Gestaltung immer durch unsere eigene Sehgewohnheit. Gute Gestaltung fragt, was ihre Zielgruppe gewohnt ist.
Ob uns etwas gefällt, sagt nichts darüber, ob es funktioniert.
Qualität misst sich an Ziel, Zielgruppe und Kontext. Nicht an unserem Geschmack.
Woran merken Sie, dass Sie nicht nach Geschmack urteilen?
Sie sagen nicht »schön«, sondern was ein Gestaltungsmittel bewirkt: »Die große Headline zieht den Blick zuerst nach oben, der Button ist das einzige farbige Element.«
Beobachten vor Bewerten.
Erst beschreiben, was Sie sehen. Dann urteilen.

Bewerten Sie die Seite in einem Wort.

Und jetzt beschreiben Sie nur, was Sie sehen. Eine Minute, zu zweit.
»Total chaotisch.«
»Ein buntes Paisley-Muster füllt den ganzen Hintergrund. Der Inhalt sitzt in einer schmalen Mittelspalte. Fast jedes Element hat eine eigene Farbe und eine eigene Schrift.«
Woran merken Sie, dass Sie beobachten statt bewerten?
Ihr erster Satz zu einem Entwurf ist eine Beschreibung, keine Wertung.
Begründen Sie, warum.
Jede Entscheidung braucht ein Warum.
Woran merken Sie, dass Sie Ihre Entscheidungen begründen?
Sie können zu jeder Farbe, jedem Abstand und jeder Schrift in Ihrem Entwurf sagen, warum sie so ist. Und warum nicht anders.
Danke für's Mitmachen