Verantwortung und Inklusion

Haltung

Seattle, 1975: eine der frühen Bordsteinrampen

Foto: Seattle Municipal Archives, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Was Menschen mit Einschränkung hilft, hilft allen.

Curb-Cut-Effekt

Gebaut für den Rollstuhl, genutzt mit Kinderwagen, Koffer, Fahrrad und Rollator

Foto: Nick-philly, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Und im Digitalen?

Wer profitiert noch von Barrierefreiheit?

Untertitel: gedacht für Gehörlose, genutzt in der vollen Bahn ohne Kopfhörer

Foto: Billie Grace Ward, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Gebaut für wenige, genutzt von allen

Untertitel: in der Bahn, in der Bibliothek, beim Sprachenlernen

Hoher Kontrast: draußen in der Sonne, auf dem alten Beamer

Sprachsteuerung: mit vollen Händen, beim Kochen, beim Fahren

Einfache Sprache: unter Zeitdruck, in einer fremden Sprache

Woran merken Sie, dass Sie den Curb-Cut-Effekt nutzen?

Sie begründen Barrierefreiheit nicht als Pflicht für wenige, sondern als bessere Lösung für alle.

Eine Fliege, die niemand übersieht.

Wer zielt, trifft besser. Gestaltung lenkt, ohne zu verbieten.

Bestellen: ein Schritt, ein großer Button

Kündigen: fünf Schritte, am Ende ein kleiner grauer Link

Gestaltung lenkt.

Also tragen wir Verantwortung.

Wissen über Wahrnehmung wirkt in beide Richtungen.

Wer weiß, wohin Menschen schauen, kann ihnen helfen. Oder etwas vor ihnen verstecken.

Wem nützt das?

Die Frage, die Sie ab heute an jeden Entwurf stellen. Auch an Ihren eigenen.

Woran merken Sie, dass Sie Verantwortung übernehmen?

Sie können für jede Hervorhebung sagen, wem sie nützt. Und Sie gestalten den Weg, den Nutzende nicht gehen sollen, genauso sorgfältig wie den, den sie gehen sollen.

Gestalten Sie für die Ränder.

Extreme Nutzungssituationen zeigen, was eine Lösung leisten muss.

Ein Arm

dauerhaft: ein Arm fehlt

vorübergehend: der Arm ist eingegipst

situativ: auf dem Arm sitzt ein Kind

Schreiben Sie eine Nachricht.

Mit Ihrer schwachen Hand. Eine Minute.

Was war schwer?

Und was hat geholfen?

Woran merken Sie, dass Sie für die Ränder gestalten?

Sie fragen nicht nur »Wer nutzt das?«, sondern auch »In welcher Lage?«: mit einer Hand, im Sonnenlicht, ohne Ton, unter Zeitdruck.

Früh an alle denken.

Barrierefreiheit ist kein Prüfschritt am Ende, sondern eine Entscheidung am Anfang.

Woran merken Sie, dass Sie früh an alle denken?

Schon Ihr erster Entwurf hat geprüfte Kontraste, Fokuszustände und Texte, die man auch ohne Bild versteht.

Danke für's Mitmachen

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