Beschreiben Sie einen Screen so, dass jemand ihn nachzeichnen kann, der ihn nie gesehen hat.
Klingt einfach. Probieren wir es aus.
Beschreibungs-Pingpong
Runde 1
Zu zweit: Eine Person beschreibt, die andere zeichnet.
Wer links sitzt, beschreibt und scannt den QR-Code. Die andere Person sieht den Screen nicht.
Nur sprechen, nichts zeigen. Zeichnen, was man hört.
Danach vergleichen Sie Zeichnung und Original.
Nur für die Person, die beschreibt
Beschreiben und zeichnen

Das Original
Was hat gefehlt? Was hat gut geklappt?
Wie beschreiben wir einen Screen?
Vom Großen zum Kleinen
1. Format & Gesamteindruck
2. Elemente
3. Eigenschaften
4. Beziehungen
5. Wirkung
Welches Format, welcher Viewport? Hell oder dunkel, ruhig oder laut, voll oder leer? Wie viele Spalten, wo liegen die großen Blöcke?
Welche Elementtypen gibt es? Text (Headline, Fließtext, Label), Bild, Grafik und Icon, Interaktionselement (Button, Link, Eingabefeld), Fläche.
Welche visuellen Eigenschaften hat jedes Element? Position, Größe, Form, Helligkeit, Farbe, Richtung, Textur.
Visuelle Variablen nach Jacques Bertin (1967)
Wie stehen die Elemente zueinander? Abstand und Nähe, Ausrichtung, Ähnlichkeit und Gruppen, Kontrast. Und die Hierarchie: Was sehe ich zuerst, was danach?
Was löst das aus, und bei wem? Passt die Wirkung zu Funktion und Zielgruppe?
Einmal zusammen
Screen A aus Runde 1, diesmal mit Raster
1. Format & Gesamteindruck
Smartphone, hochkant. Hell, ruhig, viel Weißraum. Eine Spalte, alles zentriert.
2. Elemente
Navigationsleiste mit Logo und drei Icons, Produktfoto, Produktname, Headline, Fußnote, Kaufleiste mit Preis und Button.
3. Eigenschaften
Foto auf hellgrauem Grund, füllt gut die Hälfte des Screens. Headline groß, fett, schwarz, vier Zeilen. Button blau, pillenförmig.
4. Beziehungen
Die Headline ist klar Nummer eins. Produktname klein und eng darüber. Preis links und Button rechts bilden eine Gruppe über die volle Breite am unteren Rand.
5. Wirkung
Hochwertig, aufgeräumt, selbstbewusst. Eine Botschaft, eine Handlung.
Und jetzt Sie?
Beschreibungs-Pingpong
Runde 2 (optional): mit Raster
Wer gezeichnet hat, beschreibt jetzt und scannt den QR-Code.
Beschreiben Sie entlang des Rasters: Format & Gesamteindruck, Elemente, Eigenschaften, Beziehungen, Wirkung
Nur für die Person, die beschreibt
Beschreiben und zeichnen

Das Original
Was war anders als in Runde 1?
Mit Details anfangen, bevor Format und Grobstruktur stehen
Dinge aufzählen statt Verhältnisse benennen: »groß« statt »das größte Element, halbe Bildschirmhöhe«
Werten statt beschreiben: »modern«, »clean«, »schön«
Die Wirkung vergessen, also den Schritt, auf den es am Ende ankommt
Welche Begriffe haben Ihnen gefehlt?
Im Feedback zu Ihren Übungen und im Crit
Wenn Sie Briefings, Korrekturwünsche oder Prompts formulieren
Wenn Sie Gestaltungsentscheidungen begründen, im Portfolio und im Projekt
Begründen Sie Ihren Favoriten noch einmal.
Merksatz
Wer präzise beschreiben kann, kann präzise kommunizieren: mit dem Team, mit Entwickler:innen und mit KI.
Backup
Weitere Screens für das Beschreibungs-Pingpong
Zusatzscreen 1
Zusatzscreen 2

Zusatzscreen 1: das Original

Zusatzscreen 2: das Original
Danke für's Mitmachen