Heute Nachmittag
Wir fangen beim kleinsten Element an: dem Punkt. Alles, was Sie heute Morgen beschrieben haben, ist daraus gebaut.
Ihre Plakate
Abgabe vom 8. Oktober
Welches Plakat funktioniert am besten?
»Gefällt mir« ist kein Argument.
Letzte Woche: Entscheiden Sie nicht nach Geschmack. Heute: das Werkzeug dafür.
Für wen gestalten wir eigentlich?
Wie beschreiben wir einen Screen so präzise, dass andere ihn nachbauen können?
Ein Raster, das Sie das ganze Semester begleitet
Und heute Nachmittag: der Punkt
Für wen ist das?
Funktion & Zielgruppe

Für wen ist das? Woran sehen Sie das?

Gleiches Thema, zwei Hefte. Für wen ist welches?

Gleiche Funktion. Was ist der Unterschied?

Welches Restaurant, welche Gäste?

Und hier?

Gleiche Funktion: Nachrichten. Für wen ist welche Seite?
Wir gestalten fast nie für uns selbst.
Die erste Frage ist nicht »Wie sieht es aus?«, sondern »Wofür und für wen?«
Beschreibungs-Pingpong
Runde 1
Zu zweit. Links: Screen A, rechts: Screen B. Nicht spicken!
7 Min. Screen schriftlich beschreiben. Nur Text, keine Skizzen.
7 Min. Zettel tauschen, nach der Beschreibung zeichnen
Zeichnung und Original vergleichen
Screen A
links sitzend
Screen B
rechts sitzend
Schreiben
Tauschen und zeichnen

Screen A

Screen B
Was hat in den Beschreibungen gefehlt?
In der Pause veranstalten wir einen Papierflieger-Langflugwettbewerb! Jeder hat 5 Minuten Zeit, um aus einem DIN-A4-Blatt seinen eigenen Papierflieger zu falten. Schreiben Sie gut lesbar Ihren Namen auf den Flieger, denn alle Papierflieger werden gleichzeitig abgeworfen.
Nach der Bauzeit stellen sich alle Teilnehmenden nebeneinander auf, und auf ein gemeinsames Startsignal werfen wir die Papierflieger gleichzeitig in die Luft. Gewonnen hat der Flieger, der am längsten in der Luft bleibt. Die Person mit dem am längsten fliegenden Papierflieger gewinnt Ruhm, Ehre und eine kleine Überraschung.
Viel Erfolg und gute Flugzeit!
Wie beschreiben wir einen Screen?
Vom Großen zum Kleinen
1. Format & Gesamteindruck
2. Elemente
3. Eigenschaften
4. Beziehungen
5. Wirkung
Welches Format, welcher Viewport? Hell oder dunkel, ruhig oder laut, voll oder leer? Wie viele Spalten, wo liegen die großen Blöcke?
Welche Elementtypen gibt es? Text (Headline, Fließtext, Label), Bild, Grafik und Icon, Interaktionselement (Button, Link, Eingabefeld), Fläche.
Welche visuellen Eigenschaften hat jedes Element? Position, Größe, Form, Helligkeit, Farbe, Richtung, Textur.
Visuelle Variablen nach Jacques Bertin (1967)
| Position | grid-area, margin, inset |
| Größe | width, height, font-size |
| Form | border-radius, clip-path |
| Helligkeit | oklch(L …), opacity |
| Farbe | color, background-color |
| Richtung | transform: rotate(), writing-mode |
| Textur | background-image, mask, filter |
Wie stehen die Elemente zueinander? Abstand und Nähe, Ausrichtung, Ähnlichkeit und Gruppen, Kontrast. Und die Hierarchie: Was sehe ich zuerst, was danach?
Was löst das aus, und bei wem? Passt die Wirkung zu Funktion und Zielgruppe?
Einmal zusammen
Screen A aus Runde 1, diesmal mit Raster
1. Format & Gesamteindruck
Smartphone, hochkant. Hell, ruhig, viel Weißraum. Eine Spalte, alles zentriert.
2. Elemente
Navigationsleiste mit Logo und drei Icons, Produktfoto, Produktname, Headline, Fußnote, Kaufleiste mit Preis und Button.
3. Eigenschaften
Foto auf hellgrauem Grund, füllt gut die Hälfte des Screens. Headline groß, fett, schwarz, vier Zeilen. Button blau, pillenförmig.
4. Beziehungen
Die Headline ist klar Nummer eins. Produktname klein und eng darüber. Preis links und Button rechts bilden eine Gruppe über die volle Breite am unteren Rand.
5. Wirkung
Hochwertig, aufgeräumt, selbstbewusst. Eine Botschaft, eine Handlung.
Und jetzt Sie.
Beschreibungs-Pingpong
Runde 2: mit Raster
Beschreiben Sie diesmal entlang des Rasters:
Format & Gesamteindruck, Elemente, Eigenschaften, Beziehungen, Wirkung
Screen A
links sitzend
Screen B
rechts sitzend
Schreiben
Tauschen und zeichnen

Screen A

Screen B
Was war anders als in Runde 1?
Welche Begriffe haben Ihnen gefehlt?
Und Ihr Favorit von heute Morgen?
Punkt und Linie zu Fläche
Wassily Kandinsky, Bauhausbuch Nr. 9, 1926. Vor genau 100 Jahren.
Position, Größe, Form, Helligkeit, Farbe … Ein Punkt hat sie alle.
Wir fangen beim kleinsten Element an: dem Punkt. Alles, was Sie heute Morgen beschrieben haben, ist daraus gebaut.
»Gefällt mir« ist kein Argument.
Wir gestalten fast nie für uns selbst. Erst Funktion und Zielgruppe, dann die Form.
Beschreiben Sie Screens vom Großen zum Kleinen: Format, Elemente, Eigenschaften, Beziehungen, Wirkung.
Wer präzise beschreiben kann, kann präzise kommunizieren: mit dem Team, mit Entwickler:innen und mit KI.
Danke für's Mitmachen