Die maßgebende Norm für den Wert eines grafischen Designs sind die Gesamtkosten der Wahrnehmungsarbeit.
Abraham A. Moles, Informationstheoretiker
Sehen ist Arbeit.
Jedes Element will gesehen, eingeordnet und verstanden werden. Gute Gestaltung senkt diese Kosten.
Viel zu tun
Foto: Andreas M, Unsplash
Wenig zu tun
Foto: Sensei Minimal, Unsplash
Wie viele Kreise sehen Sie?
Dieselben Kreise, geordnet. Der Rest tritt zurück.
Und ohne alles, was nicht zählt.
Intrinsisch: steckt in der Sache. Eine Steuererklärung bleibt kompliziert.
Unnötig: entsteht durch die Darstellung. Die kann Gestaltung senken.
Lernförderlich: hilft beim Verstehen. Die darf bleiben.

Wo fängt man hier an?
arngren.net, Screenshot 2026
Wo kostet Sie eine App unnötig Wahrnehmungsarbeit?
Wenn Expert:innen Dichte brauchen: Börse, Cockpit, Profi-Software
Wenn die Arbeit Teil der Erfahrung ist: Plakat, Spiel, Kunst
Wenn sie beim Verstehen hilft: lernförderliche Belastung

Erst selbst zeichnen, dann mit der Wirklichkeit vergleichen
»You Draw It«, The Upshot, The New York Times, 2017
Die dunkle Seite
Wahrnehmungsarbeit lässt sich auch gezielt erhöhen
Person A: Stimmen Sie allen Cookies zu.
Person B: Erlauben Sie nur die notwendigen.
Alle anderen: Stoppen Sie die Zeit.

»Geht klar« als großer Button. »Nur notwendige Cookies« als kleiner Link oben rechts.
check24.de, Screenshot 2026

Ablehnen geht, aber grau und flach neben einem roten »OK«.
otto.de, Screenshot 2026
Menschen nehmen den Weg mit der geringsten Wahrnehmungsarbeit.
Default-Effekt: Wer das weiß, kann es nutzen. Für die Nutzenden oder gegen sie.

So geht es auch: Beide Wege gleich sichtbar, gleich groß.
dm.de, Screenshot 2026

Auch hier: zwei gleichwertige Buttons.
bahn.de, Screenshot 2026
Wem nützt das?
Verweise
Dahinter: Aufmerksamkeit ist begrenzt. Senken: Reduzieren, Ordnen, Gewichten. Prüfen: 5-Sekunden-Test.
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